Editorial
Liebe Preß-Kurier-Leser,
der Verein Schwarzbachbahn e. V. erhielt in diesem Jahr den „Claus-Köpcke-Preis 2025/2026“ – und das ist eine richtig gute Entscheidung. Der vergleichsweise kleine, aber dennoch rührige und schlagkräftige Verein, der sich dem abschnittsweisen Wiederaufbau der einzigen Schmalspurbahn in der Sächsischen Schweiz widmet, steht eher selten im Rampenlicht. In kleinen Schritten ging es in den vergangenen Jahren mit dem Gleisbau in Richtung Hohnstein voran. In diesem Jahr erreichten die Eisenbahnfreunde beim Streckenaufbau die Ehrenberger Flur, die Etappe bis zur Ortsmitte von Ehrenberg ist das nächste große Ziel. Parallel dazu werden durch den Verein Fahrzeuge aufgearbeitet, so dass passend zu der per Leihvertrag mit der Museumsbahn Schönheide längerfristig in Lohsdorf stationierten und seit Frühjahr 2025 wieder betriebsfähigen IV K 99 585 auch der ständig verfügbare Fahrzeugpark vergrößert wird. Den Vereinsmitgliedern ist weiterhin Durchhaltevermögen und Erfolg bei der Stärkung der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu wünschen. Die Entscheidung der Stiftung Sächsischer Schmalspurbahnen für die Preiswidmung ist dafür ein guter Beitrag.
Über die Harzer Schmalspurbahnen und die Kosten des Fortbestandes wurde in den vergangenen Monaten viel „Spekulationsgrütze“ verbreitet und aus verschiedenen Studien sowie Meinungsäußerungen einzelne Zahlen und Interpretationen herausgepickt. Insofern ist es positiv hervorzuheben, dass der Bund und das Land Sachsen-Anhalt eine konkrete finanzielle Zuwendung in Höhe von 11 Mio. Euro für die Sanierung der Brockenstrecke bewilligt haben. Die Arbeiten an der Strecke sollen dann ab Frühjahr 2027 erfolgen. Seit dem 1. Oktober ist die Unterbrechung der Harzquerbahn zwischen Ilfeld und Eisfelder Talmühle für die Sanierung des Viadukts über die Bere und der seit März notwendige Ersatzverkehr mit Bussen wieder Geschichte. Wie sich die anstehende Regierungsbildung und -zusammensetzung nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf die „Größte unter den Kleinen“ auswirken wird, ist sicherlich ein treffliches Thema für weitere Spekulationen, denen wir uns aber nicht hingeben.
Diese zwei aktuellen Schmalspurbahnthemen als Einstieg in diese Ausgabe zeigen einmal mehr die Vitalität dieses Segments im Verkehrssystem auf, egal ob durch Vereine oder Unternehmen getragen. Das Ziel all dieser Aktivitäten richtet sich vor allem darauf, den Besuchern und Fahrgästen ein nachhaltiges Erlebnis zu bieten. Daran müssen wir uns alle als Beteiligte orientieren.
Die Leser und Interessierten haben die Auswahl und nutzen diese hoffentlich ausgiebig.
16.10.2026