Editorial
Liebe Preß-Kurier-Leser,
die Tatsache, dass die Rechnung für das Abo des Jahrganges 2026 nicht mit der Dezember-Ausgabe des vorangegangenen Jahres verschickt wurde, hat zwei unerwartete Erkenntnisse zu Tage gefördert: Einerseits scheint das selektive Lesen des PK sehr weit verbreitet zu sein, denn erstaunlich vielen Abonnenten ist die Seite 23 mit der Erläuterung des Sachverhaltes wohl beim Lesen durchgerutscht. Andererseits verschaffte mir eine derart disruptive Herangehensweise mit plötzlicher Änderung einer seit 33 Jahren praktizierten Gewohnheit ungeahnt viel Korrespondenz mit den Lesern. Geprägt von purer Empörung, über Verwunderung, dem Eingeständnis des Eigenverschuldens des Versäumnisses bis hin zur Besorgnis, dass es keinen Jahrgang 2026 geben könnte: Danke für derartige umfassende Anteilnahme und Ehrlichkeit. Die Abonnenten sollten mit dieser Ausgabe auch die Rechnung bekommen. Mehr dazu gern noch einmal zum Nachlesen in der vorherigen Ausgabe oder unter www.presskurier.de.
Am 21. Januar erfolgte die Übergabe des Empfangsgebäudes des Bahnhofes Alexisbad – viele Jahre als Lost Place zu trauriger Berühmtheit gekommen – an einen regionalen Unternehmer, der mit einer umfassenden Sanierung des Gebäudes u. a. mit Übernachtungsquartieren für neue Impulse sorgen will. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Investor über die geplante mehrjährige Betriebseinstellung der Selketalbahn informiert ist. Was die Folgen des längeren Fehlens der touristischen Verknüpfungsfunktion einer Schmalspurbahn sind, kann man nämlich noch heute im Rabenauer Grund an der Weißeritztalbahn begutachten. Die Sorge, dass sich in ein paar Jahren das Tor in der Hochwasserschutzanlage zwischen Straßberg und Güntersberge für die Eisenbahn gar nicht mehr öffnen wird, ist nicht nur bei der HSB-Belegschaft, sondern auch bei den regionalen Touristikern groß. Wir werden dies selbstverständlich im Auge behalten.
In Österreich stehen in diesem Jahr Bestellungen für eine neue Generation von Triebwagen bei Zillertalbahn, Murtalbahn und Pinzgauer Lokalbahn an. Nach einer intensiven Markterkundung im vergangenen Jahr hofft man, mit einer gemeinsamen Ausschreibung das Interesse mehrerer potenzieller Hersteller zu wecken und nicht nur vom Schweizer Hersteller Stadler Rail bedient zu werden. Es wird interessant sein zu sehen, ob dieses Marktinteresse vielleicht auch für die Schmalspurbahnen in Deutschland Auswirkungen hat – von einer gemeinsamen Beschaffung von Fahrzeugen braucht aber ob der im Sinkflug befindlichen Finanzmittelzuweisungen für die Bahnen lieber niemand träumen.
Von den Dampfeisenbahnen muss man aber glücklicherweise weiterhin nicht nur träumen – ein Mitfahren bei der nächsten Gelegenheit ist wichtig!
Glück Auf
19.02.2026