Editorial
Liebe Preß-Kurier-Leser,
schauen wir elf Jahre zurück ins Editorial des PK 141. Darin hatte ich mit Ironie und satirischer Überzeichnung einen Blick in die Glaskugel hin zum Jahr 2025 geworfen. Genau dieses nähert sich nun dem Ende und naturgegeben klappte das mit dem Blick in die Zukunft nicht wirklich sicher …
Doch beim Bahnhof in Jöhstadt wird es nun 2026 in großen Schritten vorangehen und ein Jahr danach das Gleisensemble komplettiert sein. Die Arbeiten nach Oberschmiedeberg laufen und den Bahnhof gibt es schon seit 2024. Die I K Nr. 54 fährt wieder, aber ihre zwischenzeitliche Auszeit war durch andere Umstände verursacht. Letztlich konnte Ende Oktober der Abschluss der Schadensregulierung mit der Versicherung nach dem Unfall im September 2022 vermeldet werden.
Die aus der Glaskugelsicht angekündigten Stationen „Wermsdorf“ und „Wernesgrün Nord“ sind leider nicht realisierbar gewesen und die Weißeritztalbahn fährt nun doch glücklicherweise schon seit 2017 nach dem Abschluss des hochwasserbedingten Wiederaufbaus wieder bis zum Kurort Kipsdorf. Doch realistischerweise muss man auch feststellen, dass die Mittelkürzungen bei der Finanzierung der Schmalspurbahnen im ÖPNV das Szenario einer dauerhaften Verkürzung des Verkehrs des Lößnitzdackels bis Moritzburg sehr glaubhaft werden lassen.
Das Großereignis „Kulturhauptstadt Europa 2025“ hat nicht nur in Chemnitz und für das dortige Eisenbahnmuseum, sondern auch durch die vom VMS veranstaltete verbundgebietsübergreifende Veranstaltung „200 Jahre Eisenbahn in Europa“ für einen enormen Auftrieb bei Museen, Bahnen und Vereinen gesorgt. Hinzu kamen Jubiläen und Höhepunkte, die nunmehr fünf Jahre nach dem Zenit der Corona-Pandemie den Anschluss an die Zeit „vor Corona“ herstellen lassen. Das alles hatte der Blick in die Zukunft nicht kommen sehen.
Einen neuerlichen Blick in die Glaskugel werde ich nicht werfen. Mit stetiger Ebbe in den öffentlichen Haushalten bei gleichzeitig steigenden Ausgaben für wenig zukunftstragende Zwecke ist die Sorge aber berechtigt, dass manches Eisenbahnprojekt auf der Strecke bleiben wird. Umso mehr ist das ehrenamtliche Engagement hervorzuheben, das einen großen Hebel bietet. Egal ob durch eine Spende oder eigenen Einsatz: Helfen Sie bitte mit, dass wir keinen Abgesang auf unser Hobby anstimmen müssen! Die Chance ist größer, je mehr Unterstützer es gibt.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung als Leser für unser Hobby-Projekt „Preß-Kurier“. Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und einen optimistischen Start ins Jahr 2026 – und nutzen Sie die freien Tage für ein wenig Unterstützung der Bahnen, Museen und Vereine. Glück auf!
08.12.2025